Fallbeispiel Trennung/Ehescheidung:
Jeder von uns ist mit dem Problem des Scheiterns von Beziehungen bereits konfrontiert wurden, unabhängig ob im Bekanten- oder Freundeskreis. Die damit einhergehenden Probleme sind häufig ähnlich gelagert: Umgang mit den Kindern, bei wem haben diese Ihren gewöhnlichen Aufenthalt, wer kümmert sich wann, Unterhaltszahlungen, Kredittilgung - durch wen und in welcher Höhe, ... Nicht selten werden die aus den Beziehungen hervorgegangen – oft noch minderjährigen Kinder – zum Spielball Ihrer Eltern und direkt durch die Eltern in die Auseinandersetzung einbezogen. Einige entscheiden sich in dieser Situation dafür, das Ihnen (vermeintlich) zustehende Recht bei Gericht, in dem Fall bei dem Familiengericht einzuklagen. Das Sie damit die Verantwortung aus der Hand geben, diese einem Dritten, nämlich dem Richter, übertragen, wird Ihnen in der Regel erst später bewusst. Oftmals geht das Verfahren mit einem Sieger und einem Verlierer aus. Beide Parteien bleiben oftmals - trotz des Richterspruchs – (oder eben wegen des Richterspruchs) Streit-/ Konfliktparteien. Die zukünftig als Eltern weiterhin gemeinsam zu treffenden Entscheidungen über das Wohl ihrer Kinder werden sehr schwierig, in manchen Fällen unmöglich. Das ist ein grundsätzlicher Unterschied zu den Möglichkeiten des Mediationsverfahren, in welchen nur die Streitparteien entscheiden, worüber, wie verhandelt werden sollen. In der Regel „lernen“ die Eltern sich zivilisiert zu streiten. Sie sind selbst für die Problemlösung verantwortlich und können sich nach Abschluss des Verfahrens auch noch in die Augen schauen. Den Parteien wird im Rahmen der Mediation die Möglichkeit gegeben, trotz Trennung und Scheidung für sich und ihre Kinder Lösungen zu finden. Die gemeinsam erarbeiteten Lösungen sind darüber hinaus auch in der Praxis oftmals tragfähiger und praktikabler.
Im Rahmen des Mediationsverfahrens erarbeiten die Parteien die Lösung der Streitpunkte selbst, mit Hilfe des neutralen und ohne Entscheidungsbefugnis ausgestatteten Mediators.
Da die Familie ein in sich geschlossenes Beziehungssystem ist, birgt sich in Ihr ein hohes Konfliktpotential. Oft bietet gerade hier die Hilfe von außen die Möglichkeit, in sich schwelende oder offen ausgebrochene Konflikte in einer Art zu lösen, die von Konsens und Nachhaltigkeit geprägt ist. In vielen Fällen ist die Mediation das am besten geeignete Verfahren zur Bewältigung bestehender Probleme, beispielsweise bei Umgangsstreitigkeiten der Eltern oder Großeltern mit den Kindern, bei Trennungs- oder Erbstreitigkeiten, bei Sieffamilien, wenn sich die Familien beginnen neu zu formen, in Erziehungsfragen, wenn sich die Eltern über die Erziehungsmethoden uneinig sind.